{"id":1312,"date":"2023-04-27T15:35:55","date_gmt":"2023-04-27T13:35:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lhg-ffm.de\/?p=1312"},"modified":"2023-04-27T15:35:55","modified_gmt":"2023-04-27T13:35:55","slug":"resolution-gegen-russische-regierungspropaganda-auf-dem-campus-der-goethe-universitaet-frankfurt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lhg-ffm.de\/?p=1312","title":{"rendered":"RESOLUTION GEGEN RUSSISCHE REGIERUNGSPROPAGANDA AUF DEM CAMPUS DER GOETHE-UNIVERSIT\u00c4T FRANKFURT"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 24. Februar 2022 und insbesondere in den letzten Wochen haben sich auf dem Campus der Goethe-Uni vermehrt Aktivit\u00e4ten von diversen Hochschulgruppen zum v\u00f6lkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ereignet. Zahlreiche Veranstaltungen werden sich h\u00f6chstwahrscheinlich in Zukunft ereignen. Ein Beispiel ist eine Demonstration vor dem Uni Pr\u00e4sidium, die sich gegen die Einladung des ukrainischen Botschafters gerichtet hat. Auf dieser Veranstaltung wurden Flyer verteilt, in dem russische Verschw\u00f6rungstheorien bez\u00fcglich der Ukraine aufgegriffen und an diese angekn\u00fcpft wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wird beispielsweise die Ukraine als \u201ekriegstrunken\u201c bezeichnet und unterschwellig suggeriert, der Grund und Treiber dieses Kriegs sei die Ukraine. Besorgniserregende und zu kritisierende Einschr\u00e4nkungen und Beschneidungen bestimmter Rechte in der Ukraine, w\u00e4hrend diese sich im Krieg befindet und um ihr \u00dcberleben k\u00e4mpft, werden einseitig und ohne Kontext dargestellt. Mit der Behauptung, dass \u201ewestliche Hedgefonds sich bereits auf den Wiederaufbau der Ukraine vorbereiten\u201c w\u00fcrden, soll zwar eine durchaus legitime kapitalismuskritische Grundlage bedient werden, jedoch kommt auch diese Behauptung erschreckend nahe an Verschw\u00f6rungstheorien des \u201eGro\u00dfkapitals\u201c. Vor diesem Hintergrund wird jedoch kein einziges Mal Russland als wahrer Aggressor erw\u00e4hnt und nicht ansatzweise auf die gleiche Art kritisiert wie andere Parteien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Mai soll nun eine Veranstaltung auf dem Campus zum Faschismus in der Ukraine im Rahmen des Jahrestags des \u201eMassakers von Odessa\u201c am 2. Mai 2014 stattfinden. Im Veranstaltungstext geht es unter anderem um die Verflechtung des ukrainischen Staates mit Faschisten. Die Kritik an Faschismus, in diesem Fall in der Ukraine, ist berechtigt und sollte in jedem Fall ausge\u00fcbt werden. Faschismus ist in vielen L\u00e4ndern, wenn nicht sogar in jedem Land ein Problem, das existiert und mit aller H\u00e4rte bek\u00e4mpft werden muss. Das Problem an der Reihung dieser Ereignisse auf dem Campus ist jedoch, dass ein Bild von der Ukraine bei der Studierendenschaft gezeichnet werden soll, welches nicht der Wahrheit entspricht. Noch viel Schlimmer, es soll ein Bild gezeichnet werden, welches russische Verschw\u00f6rungstheorien untermauert und die Ukraine als ein von Faschisten unterwanderten Staat darstellen soll, der die Ausl\u00f6schung Russlands anstrebe. Auf dieser L\u00fcge wurde unter anderem der v\u00f6lkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands begr\u00fcndet und diese L\u00fcge wird mit Propagandaveranstaltungen diverser Hochschulgruppen weiter gef\u00fcttert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insbesondere lehnt das Studierendenparlament die Holocaust verharmlosende Bezeichnung und den Vergleich des Brandanschlags am 2. Mai 2014 strikt ab. Das eigentliche Massaker von Odessa fand am 22. Oktober 1941 statt, w\u00e4hrend der deutschen Besetzung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. W\u00e4hrend des Massakers wurden \u00fcber 25.000 J\u00fcd*innen und andere Einwohner der Stadt von deutschen Einheiten und rum\u00e4nischen Verb\u00fcndeten ermordet. Ein Vergleich und Missbrauch der Bezeichnung des Massakers in Odessa von 1941, bei aller Tragik beider Ereignisse, ist eine Relativierung des Holocaust und wird vom Studierendenparlament strikt zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Studierendenparlament der Goethe-Universit\u00e4t verurteilt die Verbreitung dieser Propaganda, welcher der Ukraine jegliches Selbstverteidigungsrecht abspricht und ein einseitiges Bild darstellt, um die Brutalit\u00e4t des russischen Angriffskriegs zu relativieren und eine Rechtfertigung f\u00fcr diesen zu finden. Zudem warnt das Studierendenparlament alle Studierenden vor jener Propaganda und ermahnt zum kritischen Hinterfragen dieser einseitigen Darstellungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 24. Februar 2022 und insbesondere in den letzten Wochen haben sich auf dem Campus der Goethe-Uni vermehrt Aktivit\u00e4ten von diversen Hochschulgruppen zum v\u00f6lkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ereignet. Zahlreiche Veranstaltungen werden sich h\u00f6chstwahrscheinlich in Zukunft ereignen. 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